Gedanken zum Sonntag…

…von Pastor i.R. Andreas Bröcher

Liebe Gemeinde,

der Evangelist lehrt uns heute über alle Maßen. Er spricht den Hörerinnen und Hörern zu: Ihr seid das Salz der Erde! Ihr seid das Licht der Welt! Was für ein starker Zuspruch. Können wir diesen Zuspruch annehmen? Wollen wir ihn überhaupt annehmen?

Wir kennen ja Bevollmächtigungen auch in anderen Bereichen des Lebens: du bist Präsident der Bundesrepublik Deutschland. Damit sind Erwartungen verbunden. Du bist Kanzler dieses Landes. Da sind Erwartungen mit verbunden. UND: alle Augen sind auf diese Personen gerichtet und sie werden bis ins Kleinste beurteilt.

Wir sind auch Salz und Licht. Auch auf uns sind die Augen der Menschen gerichtet; unsere Familienangehörigen, unsere Nachbarn, unsere Kollegen und Freunde haben uns im Blick. Uns, die wir uns zu Christus bekennen – mehr oder weniger.

Salz war in der Antike so wertvoll wie Gold. Salz wurde benutzt zur Konservierung von Lebensmitteln. Salz verleiht dem Essen Geschmack. Haltbarkeit und Geschmack der Erde geben, was für eine kreative und freie Aufgabe. Überlegen: Was sind in meinem kirchlichen und persönlichen Glaubensleben Formen und Verhaltensweisen, die ich weiter pflegen kann

und möchte, weil sie mir wichtig sind und welche Formen gehören einer anderen Zeit an, die ich heute nicht weiter pflegen und erhalten muss? Wie identisch lebe ich meine Verbindung mit Gott und wo ist es mehr Augenschein?! Da, wo ich versuche, möglichst authentisch mein Leben zu leben, werden die Menschen schnell merken, der Mensch strahlt Freude, Leben und Nachahmung aus. Salz der Erde sein und immer neu werden.

So verstanden gehört das Licht automatisch dazu. Denn wenn es mir gelingt, so voller Freude und Genuss mit Gott zu leben, da breitet sich wie von selbst Licht aus. Licht ist ja eine tiefe Eigenschaft Gottes. Im Licht des Dornbusches lernt Mose Gott kennen. Jesus Christus hat durch sein Licht – Auferstehung – die Finsternis hell gemacht. Licht verbreiten bedeutet gerade in diesen Zeiten, Hoffnungsträger zu sein. Ja sagen lernen zur Gewaltlosigkeit. Ja sagen lernen, zu vergeben und zu versöhnen. Ja sagen lernen, auch mal auf der scheinbaren Verliererseite zu stehen. Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag und eine lichterfüllte gute neue Woche.

Pastor Andreas Bröcher i.R.