Die Pfarrei St. Antonius in Papenburg

Unsere Pfarrei St. Antonius ist eine von drei Pfarreien in Papenburg. Neben der Pfarrkirche St. Antonius gehören die Gemeindekirche St. Josef im Vosseberg, sowie die Kapellen St. Anna im Moor und Heilig Geist, Bokel, dazu.

St. Antonius

Die Geschichte der ersten St. Antonius-Kirche beginnt im Jahre 1666, als der Bischof von Münster die Erlaubnis erteilte, in Papenburg einen Friedhof anzulegen. Dies wurde notwendig, da in diesen Jahren die Pest auch in der im Jahr 1632 gegründeten Fehnkolonie grassierte, und viele Tote zu beklagen waren. Der Friedhof wurde an der rechten Kanalseite angelegt, dort wo sich heute der Parkplatz hinter dem Kaufhaus Ceka befindet.

Im Jahr 1674 begann man den Bau einer Kirche in unmittelbarer Nähe des Friedhofes. Es war ein kleines Gotteshaus, das man heutzutage eher als Kapelle bezeichnen würde. Die Kirche war über 3 Fensterachsen ursprünglich 20 Meter lang und 11 Meter breit und schloss am Ende mit einem Chorraum ab. Im Jahr 1680 wurde dann die Pfarrei St. Antonius gegründet. Im Jahr 1682 kommt der Weihbischof aus dem Bistum Münster Niels Stensen (er wurde später selig gesprochen) auf seiner Visitationsreise nach Papenburg und weiht am 20 August diese Kirche und den Friedhof. Als Kirchweihfest legt er den letzten Sonntag im August fest.

In den Jahren 1777 bis 1778 wurde das Gotteshaus um die Hälfte vergrößert, indem man den Chorraum abriss und die Kirche um 2 Fensterachsen in voller Breite verlängerte. Die Länge betrug danach ca. 31 Meter. Außerdem wurde eine Orgelbühne eingebaut. Im Jahr 1799 wurde die erste Orgel beschafft. Zudem wurde ein neues Portal gebaut. Zwei Jahre später erhielt die Kirche einen neuen Hochaltar.

1868 kaufte die Gemeinde ein Grundstück zur Anlage eines neuen Friedhofes und zum Bau einer neuen Kirche, obwohl eine Gruppe einflussreicher Bürger den Kirchenneubau gerne unmittelbar neben der alten Kirche errichtet gesehen hätte, doch ließ sich dieser Plan nicht durchführen.

11. Dezember 1877: Einweihung der Kirche durch Bischof Johann Beckmann. Die Baukosten betrugen mit der bis 1881 beschafften Inneneinrichtung 378000 Mark. Die Ausmaße des Gebäudes waren für damalige Papenburger Verhältnisse gigantisch: 70 m lang, 35 m breit, Turmhöhe 88 m.

Mit den Kriegsjahren öffnet sich zu jeder Zeit ein dunkles Kapitel der Geschichte; nicht nur für die Menschen, die unter Angst und Entbehrungen leiden müssen. Auch Kirchen sind oft nicht vor der Zerstörung verschont geblieben. Zwar blieb unsere Antoniuskirche, Gott sei es gedankt, erhalten, doch unbeschadet blieb sie nicht. Die Außenfassade und der Turm waren durch Kriegseinflüsse beschädigt worden. Diese Schäden beseitigte man kurz nach dem Krieg. Im Jahr 1950 wurde ein neues Geläut geweiht, das durch aufopferungsvolle Spendenbereitschaft der Gemeinde beschafft werden konnte.

Die Kreuzkapelle wurde 1978 von dem Papenburger Architekten H.W. Blohm erbaut. Als Werktagskirche dient sie kleineren Gruppen als Gottesdienstort.

Im Jahr 1994 begann man nach langer Planung den Bau eines neuen Gemeindezentrums direkt hinter der Pfarrkirche. Man gab dem Gebäude den Namen „Niels-Stensen-Haus“.

In den Jahren 2019/20 wurde eine neue Orgel eingebaut. Die 1927 erbaute Walcker-Orgel erklang bis 2001 im Konzertsaal des Hans-Sachs-Hauses in Gelsenkirchen.

St. Josef im Vosseberg

Die Geschichte des Kirchenbaus St. Josef beginnt in der Mitte der fünfziger Jahre. Pfarrer Albers war Pastor in der St. Antonius – Gemeinde. Er mochte die langen Wege in der Gemeinde nicht, die er besonders bei Beerdigungen als sehr lästig empfand. Das galt erst recht für die Entfernung vom Vosseberg bis zur Kirche, vor allem bei kaltem und nassem Wetter.

Damals gab es in der Stadt noch keine öffentlichen Friedhofskapellen. Die Verstorbenen wurden zu Hause aufgebahrt und von dort mit einem Leichenwagen über die holperigen Straßen zum Friedhof gebracht. Priester und Messdiener gingen dem Zug voran.
Nach einer solchen Beerdigung, bei der sich der Pastor vielleicht auch nasse Füße geholt haben mag, soll er zum ersten Mal geäußert haben, dass im Vosseberg eine Kirche gebaut werden müsse.Das brauchte man den Vossebergern nicht zweimal zu sagen. Dieser vielleicht nur unbedacht ausgesprochene Gedanke soll der Anstoß gewesen sein zu ersten konkreten Überlegungen zum Kirchenbau. Man traf sich im Herbst 1959 zu einer ersten Versammlung in der Waldlust, in der man beschloss, einen Kirchbauverein zu gründen. Hermann Lause, Fritz Lagers und Bernhard Freericks vom Bargweg erhielten den Auftrag, die Gründungsversammlung vorzubereiten.

Nach leichten Standortdiskussionen fand man den idealen Platz am Grader Weg, wo die Kirche auch heute noch steht. Im Jahre 1972 wurde der Grundstein für den Neubau der St. Josef Kirche und eines Gemeindezentrums am Vosseberg gelegt. Die Baukosten wurden aus Diözesanmitteln und durch die opferbereite Mitwirkung der Gemeinde aufgebracht. Die Kirche wurde 1973 eingeweiht und schnell hatte sich rund um St. Josef ein unerwartet reges Eigenleben entwickelt. Im Jahre 1969 wurde Monsignore Meyer von Bischof Helmut Hermann nach Papenburg berufen. Pfarrer Joseph Albers gab ihm als Seelsorgebezirk den Vosseberg. 1978 wurde Pastor Meyer ein neues Amt zuteil und für ihn wurde Pastor Gerrit Weusthof zum Vosseberg gesandt.

Mit dem Dienstantritt von Pastor Weusthof, einem gebürtigen Niederländer, begann sich der pastorale Schwerpunkt der Gemeinde zu ändern. Das Hauptanliegen von P. Meyer war die Zusammenführung der Vosseberger zu einer neuen Gemeinde gewesen, die ihre Identität erst noch entwickeln musste. Pastor Weusthof konnte auf eine schon relativ gefestigte Gemeindestruktur mit einer Vielzahl von Gruppen aufbauen (zum Beispiel auf die Chorgemeinschaft, die sich in 1975 aus der Schola entwickelte) und den Blick ausweiten auf die sozialen Probleme unserer Zeit und die Solidarität mit den Randgruppen unserer Gesellschaft.

So entstanden in der Folgezeit eine Reihe von sozialen Einrichtungen, die von P. Weusthof initiiert und mit tatkräftiger Unterstützung von sozial engagierten Gemeindemitgliedern verwirklicht wurden:

  • Sozialdienst katholischer Frauen und Männer (SKFM) mit dem „Haus Arche“,
  • „Papenburger Tafel“,
  • „Haus Regenbogen“
  • „Soziales Kaufhaus“ und weitere Hilfs- und Beratungsprojekte.
  • Sozialer Ökohof St. Josef
  • Projekt „Arbeit und Lernen“
  • Kindergarten „Noah“
  • Partnerschaft mit einem sozialen Gemeindeprojekt in Cali, Kolumbien
  • Partnerschaft mit einer Gemeinde in Ruda, Polen – Partnerschaft mit verschiedenen Einrichtungen in Selenogradsk, Russland

In 2013 feierte die Gemeinde ihr 40-jähriges Jubiläum. Zum 25-jährigen Jubiläum 1998 erschien eine Festschrift, die ausführlich über die Geschichte von St. Josef berichtet.

Einen tiefen Einschnitt in die Geschichte der Gemeinde markierte der 29.6.2014, da mit diesem Datum aus den ehemaligen Kirchengemeinden St. Antonius und St. Josef im Vosseberg die neue gemeinsame „Pfarrei St. Antonius“ gebildet wurde.

Mit dem 1.1.2015 wurde Pastor Weusthof mit 75 Jahren in den Ruhestand versetzt. Da er in Papenburg wohnen bleibt, ergänzt er das hauptamtliche Seelsorgeteam um Pfarrer Bültel als „Pastor i.R.“

Wir laden Sie ganz herzlich zu einem virtuellen Rundgang in unsere Kirche ein.

Hier finden Sie eine Beschreibung des Giebelfensters.

Informationen zum Wegkreuz St. Josef.

Nachfolgend einige Bilder vom Kirchbau und der Konsekration der Kirche durch Bischof Wittler. Ein Festtag für die „Vosseberger“:

St. Anna im Moor

Den ersten Gottesdienst in St. Anna feierte bereits vor der Errichtung der Kapelle ein Pfarrer der St. Antonius-Gemeinde, Josef Albers, am 13. Juni 1954 in den Räumen der neuen Schule. „Seitdem strahlte die Gnade Gottes in die neu aufblühende Gemeinde“, heißt es in der Urkunde, die dem Grundstein der Kapelle beigefügt ist. Seit 1955 zelebrierte dann Monsenignore Theodor Helming, geistlicher Studienrat an der Staatlichen Aufbauschule (Gymnasium) in Papenburg, jeden Sonntag zwei Heilige Messen. Im selben Jahr ordnete Erzbischof Dr. Wilhelm Berning den „dringend notwendigen Bau einer Kirche“ an.

Die Bauleitung wurde dem Papenburger Architekten Ludwig Ohlms übertragen. „Kraft bischöflicher Vollmacht“ legte Helming, der in der Chronik der Kapellengemeinde als „Vater des Kirchbaus“ bezeichnet wird, den Grundstein. Ihm wurde auch die feierliche Einweihung am 20. Februar 1957 übertragen. Zwei Jahre später starb Helming, für den mit dem Bau der Kapelle ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen war. Seine Gemeinde, die ihn verehrte, setzte ihm mit der Benennung einer Straße in unmittelbarer Nähe „seiner Kirche“ ein Denkmal.

In nur sechs Monaten wurde St. Anna im Moor errichtet: eine so genannte Saalkirche aus roten Backsteinen und einem Tonnengewölbe. Knapp 200 Besucher finden Sitzplätze. Die weißen Wandflächen werden durch bleiverglaste farbige Fenster unterbrochen. Die farbenprächtige Rosette über dem Eingang zeigt in kräftigen Farben das Christuszeichen und darum, kreisförmig angeordnet, die sieben Sakramente. In der Taufkapelle fällt der Blick auf ein Fenster mit den Symbolen der „Allerheiligsten Dreifaltigkeit“.

Eine Sehenswürdigkeit ist der aus Holz geschnitzte Kreuzweg. Vom selben Künstler, Wolfgang Hirtreiter, stammt auch das Altarkreuz.
Über dem Eingang erhebt sich der Glockenturm, ein so genannter „Dachreiter“.

In den Bau der Kirche sowie eines Jugendraumes wurden seinerzeit knapp 124000 DM investiert. Die Gemeinde St. Anna spendete 7750 DM. Angeschafft werden mussten nach dem Bau noch viele andere Dinge wie beispielsweise die Paramente und die Monstranz, das Weihrauchfass und das Ewige Licht.
Am Weihetag versprach Helming, dass in Zukunft „an jedem Sonn-und Feiertag zweimal die Heilige Messe gefeiert“ werde. Der Priestermangel versagte ihm die Erfüllung. Der letzte geistliche Religionslehrer am Gymnasium Pfarrer Kunibert Theus, betreute die Kapellengemeinde bis 2002 insgesamt 30 Jahre lang. Seitdem versehen die Geistlichen von St. Antonius die Seelsorge und sorgen dafür – so formulierte es der für die neue Chronik der Kapellengemeinde verantwortliche Autor Friedhelm Hobbold – „dass sich die St. Anna-Gemeinde in keinster Weise als lästiges Anhängsel fühlt“.

  • 1952   Gründung des Kirchbauvereins Aschendorfermoor
  • 1954    Monsignore Theodor Helming wird erster Seelsorger von Aschendorfermoor. Der kath. Gottesdienst findet zunächst in der neu errichteten Siedlungsschule statt.
  • 1956    27. Juni – Erster Spatenstich durch Monsignore Helming zum Bau der katholischen Kirche.
  • 1956    26. Juli – Grundsteinlegung am Namenstag der Heiligen Anna.
  • 1957     2. Februar – Einweihung der Kapelle St. Anna im Moor.
  • 2007    22. Juli – Jubiläumsfest zum 50-jährigen Bestehen

Heilig Geist, Bokel

Die Heilig-Geist-Kapelle ist eine Tochtergemeinde der St. Antoniusgemeinde in Papenburg und wurde am 2. Dezember 1951 gegründet. Den Grundstein zur Kapellengemeinde hat damals wohl das Testament von Fräulein Anna Freericks gelegt. Ihr Vorhaben und testamentarischer Wunsch wurde ein Jahr später und zwar am 2. Dez 1951 erfüllt. Es wurde eine Gemeindeversammlung einberufen, eine Kapellengemeinde gegründet und zunächst ein Kapellenvorstand gewählt.

Man kam zu dem Entschluss, zunächst in einem Klassenraum der Bokeler Volksschule das heilige Messopfer zu feiern.
Der Vorstand und auch die Gemeinde drängten jedoch immer mehr zum Bau eines Gotteshauses. Grundstock hierfür war die Stiftung Freericks, sowie das Erbe eines im letzten Krieg gefallenen Bokeler Bauernsohns.
Spenden der Bokeler Gemeindemitglieder und auch sonstige Spenden waren Hilfe zum Bau einer Kapelle.
Es wurde ein Kapellenbauverein gegründet.
Vikar Kruse von der St. Antoniusgemeinde übernahm die Durchführung des Bauvorhabens.
Für die Planung und zum baulichen Berater beauftragte der Kapellenbauverein den Bauingenieur und Architekten Heinrich Tönjes aus Bremen.
Der Grundstückskauf von der Familie Pelken, sowie Anfertigung der Baupläne waren erste Schritte des Arbeitsteams „Neubau einer Kapelle“.

Am 15.Juni 1962 war Grundsteinlegung

Gezielte Planung, fachgerechte Ausführung und Hand anlegen der Gemeindemitglieder machten es möglich am 4. Juli 1662 Richtfest zu feiern.

Am Bau wurde unter der Richtkrone fleißig weitergearbeitet.

So konnte dann in kurzer Bauzeit am 7. November 1962 die Einweihung stattfinden.
Die Einweihung der Kapelle war ein Erlebnis für die Gemeinde Bokel

2002 40 Jahre Heilig Geist Kapelle – zum diesem besonderen Ereignis wird die Sakristei erweitert

Bischofsbesuch in Heilig Geist 2004

Renovierung von Heilig Geist Kapelle 2005

2010 Die Außenfassade wird neu verputzt.