Pfarrer Lanvermeyer schreibt

Liebe Gemeinde,

‚…wie oft muss ich das noch sagen! – so klagen manchmal Eltern gegenüber ihren Kindern, denen sie eine bestimmte Sache schon oft erklärt haben. Wieder und wieder hören die Kinder das Gesagte wohl, gehen aber nicht darauf ein.

Eine ähnliche Gesprächssituation sieht Jesus im Verhältnis Gottes zu seinem Volk. Durch Mose und die Propheten hat er zu seinem Volk Israel gesprochen – immer wieder – aber das Volk hört nicht zu. „Nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren.“ – so sagt der Reiche im Evangelium des Sonntags, wird das Volk Israel umkehren.

Auch das hilft nicht, so können wir zweitausend Jahre nach der Auferstehung Jesu sagen, nach zweitausend Jahren Kirchengeschichte antworten. Wo kein Wille, da kein Weg! – so fasst es der Volksmund zusammen. Das Verändernde ist der ausdauernde Wille des Menschen, damit sich im Menschen und in seinem Umfeld etwas ändert.

Die Basis bildet für Jesus dabei die entscheidende Begegnung mit Gott und seiner Liebe, die auch sein Leben verändert hatte. Die Zusage von Gott geliebt zu sein, gab seinem Leben eine neue Intensität und Richtung. Diese Basiserfahrung möchte er anderen Menschen bis heute schenken. Wo sie gemacht wird, verändert sich die Einstellung zum Leben und auch zum Besitz – gibt eine neue Freiheit.

In diesen Tagen der Energiekrise und Inflation kommen die Menschen neu in den Blick, denen es am Nötigsten fehlt. Gerechte Verteilung der Lasten wie eine gerechte Verteilung der Hilfen ist somit eine wichtige Aufgabe der Politik.

Einen gesegneten Sonntag!

F. B. Lanvermeyer

— Pfarrer —