Gedanken zum Pfingstfest
Fenster auf oder zu?
„Wenn du mal Schwung in eine Versammlung bringen willst,“ sagte mir vor vielen Jahren ein älterer Pfarrer mit Augenzwinkern, „dann brauchst du bloß im Zimmer ein Fenster zu öffnen…. Sofort wird es welche geben, die protestieren, weil es zieht. Und andere werden dafür plädieren, noch mehr Fenster zu öffnen“….. Solche Situationen machten dem Pfarrer damals sichtlich Spaß und er scheute die Debatten um Fenster und anderes nicht ;-)
Daran denke ich manchmal, wenn ich zu schnell darum bemüht bin, Einigkeit in einem Gespräch erreichen zu wollen. Dabei sind es ja oft die unterschiedlichen Perspektiven und Meinungen, die uns weiter bringen. Dafür braucht es nicht nur Toleranz. Die Christen der Urkirche haben über vieles miteinander gerungen und nicht alles ging glatt auf. Oft blieben Unterschiede und Spannungen, die ausgehalten werden mussten. Die Energie, die dafür nötig ist, in Bewegung zu bleiben, das Gemeinsame zu suchen und das Unterschiedliche auszuhalten, haben sie erbetet und erfahren. An Pfingsten.
In einem Lied von Rainer Steib heißt es:
Der Geist der Liebe wird verschenkt,
wie im Himmel, so auf Erden.
Er führt zusammen, was getrennt,
lässt uns Geschwister werden.
Der Geist des Herrn erfüllt sein Haus.
Er ist nicht ruhig, brav und still,
drängt über Kirchen weit hinaus,
denn Gottes Geist weht, wo er will.
Der Geist des Herrn beschenkt uns reich.
Er bringt die Menschen neu in Schwung,
doch für das wahre Himmelreich
braucht’s mehr als nur Begeisterung.
Allen ein Frohes Pfingstfest!
Stephanie Stiewe-Berk, Gemeindereferentin


