Das Evangelium am 12. Sonntag im Jahreskreis ermutigt uns, uns nicht zu fürchten. Immer wieder erfahren wir, dass Millionen von Christen weltweit angefeindet, diskriminiert, verfolgt und sogar getötet werden – allein wegen ihres Glaubens. Viele haben Angst, ihren Glauben öffentlich zu leben und zu bekennen. Umso eindringlicher klingt das Wort Jesu im heutigen Evangelium: „Fürchtet euch nicht!“ Dreimal spricht er diese Ermutigung aus.
Die Realität zeigt, dass Christen von den Anfängen des Christentums bis heute verfolgt und getötet werden. Zugleich sehen wir, dass das Christentum trotz aller Verfolgungen weiterwächst. Gerade in Zeiten von Bedrängnis und Leid hat sich der Glaube oft als besonders lebendig und kraftvoll erwiesen. Jesus erinnert uns daran, dass Gottes Wahrheit letztlich ans Licht kommen wird. Was wir heute im Glauben annehmen, wird sich als tragfähige Wirklichkeit erweisen: Gott ist da, und er hält die Welt in seinen Händen.
Dann fordert Jesus uns auf, mutig zu unserem Glauben zu stehen. Menschen können vieles bedrohen und zerstören, aber sie können uns nicht das nehmen, was Gott uns geschenkt hat: unsere Seele und die Gemeinschaft mit ihm. Der christliche Glaube lebt von Menschen, die auf Gott vertrauen und Zeugnis für ihn ablegen.
Schließlich schenkt Jesus uns Trost und Zuversicht. Wir sind geborgen in Gottes Hand. Kein Spatz fällt zur Erde, ohne dass der Vater es weiß, und selbst die Haare auf unserem Kopf sind gezählt. Gott kennt jeden Menschen und liebt ihn mit unendlicher Liebe. Deshalb lädt uns Jesus ein, uns zu ihm zu bekennen und unser Leben nicht von Angst bestimmen zu lassen. Wer auf Gott vertraut, kann mit Gelassenheit und Hoffnung leben – in der Gewissheit, dass wir niemals tiefer fallen können als in Gottes liebende Hand.
Pater Sebastian