Gedanken zum Advent

Schwerter zu Pflugscharen. Aus Lanzen Winzermesser. Heute vermutlich: aus Drohnen Hochbeete.

Ein Wunsch, eine Vision?

Zu Beginn des Advents lese ich das als einen Ruf. Einen Aufruf, der vermutlich nach einem Krieg entstanden ist. Ein Ruf, der zeitlos ist. „Nie wieder Krieg“ rief man im Nachkriegsdeutschland. Der Ruf der Ukrainer nach Beendigung des Krieges. Der Ruf der Menschen im Nahen Osten.

Man könnte verzweifeln, weil dieser Ruf so oft ungehört bleibt, un-erhört bleibt. Weil die Not kein Ende hat.

Wir stehen am Anfang des Advents. Wir warten auf Gottes Kommen in die Welt. Wir warten, dass er endlich kommen wird, um die Welt wieder zu dem zu machen, was sie am Anfang der Schöpfung war.

Und wir glauben, dass er schon einmal angekommen ist – in diesem Mann aus Nazareth, Jesus Christus, mitten hinein in diese manchmal so ungerechte Welt. Und wir glauben, dass er damit eine Hoffnung tief eingepflanzt hat: die Hoffnung, dass letztlich kein Ruf vergeblich ist. Dass er nicht taub ist. Dass wir ihm nicht gleichgültig sind. Dass er uns liebt.

Advent/Ankunft: Vielleicht ist das die beste Beschreibung unseres Lebens und der Zeit, in der wir stehen, solange wir auf die Vollendung warten müssen. Schwerter zu Pflugscharen. Die Hoffnung ist die Seite unseres Glaubens.

Ich wünsche uns allen die Ausdauer, die Kraft und das Vertrauen, diesen Weg zu gehen. Ich wünsche allen eine besinnliche, hoffnungsvolle Adventszeit.

Günter Bültel, Pfarrer