Pastoralreferent Michael Knüpper


Kontakt:

E- Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mobil: 01522 6471 894

Werden wir nach Corona anders sein?

Ich stelle mir in meiner Fantasie  vor: Es ist 2 Jahre nach Corona. Der Virus hat uns alle erreicht und dessen Folgen auch. Ich sitze draußen vor einem Café  und genieße einen Cappuccino. Um mich herum beobachte ich Menschen, etwas langsamer und gelassener als früher, nicht mehr so gehetzt und getrieben. Die Sonne scheint, ein ähnlicher Tag wie heute, an dem ich diese Zeilen schreibe, vielleicht ein wenig wärmer.
Das  Covid 19 hat uns schmerzlich  getroffen. Weltweit gab es viele Tote, Überlastungen der Krankenhäuser und des medizinischen Personals, erkrankte Menschen sterben lassen zu müssen, Kontakt – und Ausgangsperren. Viel ist passiert in diesen Zeiten und müsste noch hinzugefügt werden, was wir nicht vorhersehen konnten. Jeden Tag kamen weitere erschreckende  Nachrichten aus der ganzen Welt, aus Europa, aus Deutschland, aus unserer  Region.
Es hatte sich alles verändert. Wie selbstverständlich war für uns die Freiheit, unbeschwert und ohne Grenzen unsere Freizeit zu gestalten. Reisen um die Welt, zum Shoppen eben nach London oder Paris. Einfach so und wie selbstverständlich!
Alle Menschen waren gleichsam gefährdet, gleichsam betroffen, gleichsam einsam!
Woran ich mich erinnere, wenn ich an die Virus – Zeit zurückdenke: Toilettenpapier! Irreale Hamsterkäufe, in der Angst nicht  mehr alles kaufen zu können. An den damaligen amerikanischen Präsidenten Donald Trump, der aus Strategie und  Eigennutz eine deutsche Pharma - Firma kaufen wollte, die in der Forschung für das Virus tätig, aber nicht käuflich war.  „Ver-rückt“- im wahrsten Sinne des Wortes! Eine Zeit wie im Trance.  Aber auch schon damals waren die Menschen standhaft und solidarisch.  Es entstand eine  Nähe, ein Bewusstsein, dass die „Bäume doch nicht in den Himmel wachsen“.  Ich staune, wie viel Witz und Humor und Mitmenschlichkeit in den Tagen des Virus möglich war. Und doch hat sich etwas Gravierendes verändert.
Das Zeitalter vor dem Covid war hektisch, manchmal vielleicht zu hektisch. Es ging zumeist um höher, weiter, schneller. Sogar die Freizeit wurde mit Terminen zugepflastert- kaum noch Zeit zum Atemholen. Jeder Flug war möglich, jedes Ziel scheinbar umsetzbar, auf der Straße, in der Luft, selbst auf dem Meer. Wir fühlten uns wie Götter. Unschlagbar. Götter, die glaubten über ihr Leben restlos verfügen  zu können und alles Machbare  erreichen wollten.
Und heute? 2 Jahre danach?  Die Menschen haben sich verändert: sie sind ruhiger, gelassener, aufmerksamer, begrenzter. Teilweise sind es  selbstgesetzte, freiwillige Grenzen. Alte und  vertraute Sicherheiten, mit denen wir aufgewachsen sind, sind brüchiger geworden. Es gibt weniger von allem: Geld, Rente, CO 2, Hektik, Händeschütteln, Umarmungen, etc.: Alles ist weniger geworden. „Paradoxerweise erzeugte die körperliche Distanz, die das Virus erzwang, gleichzeitig neue Nähe“, schreibt der Trendforscher Matthias Horx (www.horx.com). Wir haben Menschen kontaktiert, mit denen wir sonst weniger zu tun hatten, Bindungen in Familien, in Nachbarschaften und wirklichen Freunden forciert.  Es gibt mehr gelebte Solidarität. Weniger bedeutet mehr! Bescheidenheit und der Mut zur Demut stehen im Vordergrund. Die Menschen leben Dankbarkeit und erleben ihr Leben als Geschenk.

Eine darüber hinauswachsende Gottbindung ist wieder in die Seele eingekehrt. Das Virus Covid 19 hat eine tiefgreifende gesellschaftliche und spirituelle Veränderung in Gang gesetzt. Die Experten sprechen von „Transformation“.
Ähnlich wie bei der Industrialisierung die Dampfmaschine  und die Glühbirne, bei der Digitalisierung  Computer und Handy, so hat das Corona-Virus unser Leben nachhaltig verändert- zum Positiven! Wenn man genau in sich hineinhorcht, dann können wir es in unserer Seele erahnen.
Natürlich gibt es auch andere Stimmen und pessimistische Visionen, nach dem wir uns nach der Covid-Zeit „abschotten und einander argwöhnen“, hält Harry Gatterer, Geschäftsführer eines Zukunftsinstitutes für möglich. Aber dort sehe ich uns nicht.
In meiner Fantasie schaue ich über den sonnengefluteten Platz vor meinem Café und freue mich auf das anstehende Osterfest, das bestimmt ganz anders wird als sonst.
Michael Knüpper
Seelsorger an den Caritas-Werkstätten Nördliches Emsland
und Pfarrei St. Antonius

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie herzlich und möchte mich in gebotener  Kürze vorstellen, damit Sie sich ungefähr ein Bild von mir und meinen beruflichen Schwerpunkten machen können.
Wenn Sie Fragen oder  ein Anliegen haben, dürfen  Sie sich jederzeit an mich wenden!
Ich freue mich auf die Begegnungen mit Ihnen / Euch!

Zur Person:

  • 59 Jahre
  • Wohnort: Friesoythe
  • verheiratet, 3 erwachsene Kinder
  • Pastoralreferent
  • Studium: Diplomtheologie / Pastoralpsychologie (Lizentiat)

Pastorale Schwerpunkte  in Papenburg:

  • in den Caritas –Werkstätten:

 Meditationen  zum Leben, Gesprächskreise,  Gottesdienste  „Das Leben feiern“ , „Danke für das Leben“, Besinnungstage,  Seminare „ Trauer- und Sterbebegleitung“, Seelsorge- Sprechstunden

  • in der Kirchengemeinde St. Antonius:

Inklusionsprojekte und Begegnungen schaffen, Sakramentenvorbereitung

Was mich momentan bewegt:

  • Papst Franziskus
  • Freie Zeit verbringe  ich  gerne mit Menschen, Lesen,  Laufen in der Natur, Fußballspielen.
  • Es beschäftigt mich die Frage „Was ist die Seele?“ Dazu gebe  ich auch Seminare.
  • Der folgende Satz, der mir bei meiner Ankunft in Papenburg von einer Mitarbeiterin überreicht wurde,  hat mich berührt: 

„Wir können keine großen Taten vollbringen, aber kleine Dinge mit großer Liebe tun.“

  • Papenburg find‘  ich gut! (weil sozial und aufgeschlossen und viele freundliche Menschen hier wohnen.)

 

Michael Knüpper - Seelsorger, Beauftragter für Inklusionsprojekte der Stadtpastoral St. Antonius