Pastor Weusthof 80. Geburtstag


„Der Vosseberg ist mein Zuhause“

Fotos und Text von Klaus Dieckmann

Pastor Gerrit Weusthof feiert 80. Geburtstag -  400 Gläubige bei Abendmesse in St. Josef

Papenburg  Seit mehr als vier Jahrzehnten prägt Pastor Gerrit Weusthof als Geistlicher das sozial-ökologische Profil der Kirchengemeinde St. Josef im Vosseberg in Papenburg. Am Donnerstag, 12. Dezember, feierte der Priester seinen 80. Geburtstag. Zur Abendmesse füllen rund 400 Gratulanten das Gotteshaus.

Mit stehendem Beifall empfangen die Menschen Weusthof beim Einzug in die Kirche. Der Geistliche lässt im Gegenzug seinen Empfindungen freien Lauf: „Der Vosseberg ist mein Zuhause geworden.“ Dafür sei er in hohem Maße dankbar. Doch schon im gleichen Atemzug nimmt Weusthof in seiner charakteristischen Art seine Person zurück und richtet das Augenmerk auf den Nächsten, den Mitmenschen. „Ein Zuhause suchen und bieten wir in St. Josef für jeden. Alle sind willkommen“, unterstreicht er.

Die Worte sind auch auf die Zukunft der Kirchengemeinde gemünzt. „Jetzt bin ich schon so lange hier und habe doch noch Wünsche“, sagt Weusthof und hebt auf die Quartierentwicklung St. Josef ab. Diese zu einem „Blickfänger für den Vosseberg“ mitzugestalten, liege ihm am Herzen. Die einzelnen Projekte, darunter der im Bau befindliche Kindergarten, die Wohnassistenz des St.-Lukas-Heims und die vorgesehene Neugestaltung des „Hauses Regenbogen“, trügen dazu bei, St. Josef als lebendiges Gemeindezentrum zu erhalten. Bei aller sozialen Ausrichtung der Vorhaben bricht der Geistliche unmissverständlich aber auch eine Lanze für die Religiosität: „Das Kreuz als Zeichen unseres Glaubens muss erkennbar bleiben.“

Die Weihe zum Priester empfing Gerrit Weusthof am 3. Februar 1968 im Dom zu Osnabrück. Gebürtig stammt er aus der niederländischen Ortschaft Weerselo nahe Enschede. Vor seinem Theologiestudium, das ihn nach Deutschland führte, wollte er eigentlich Landwirt werden und den elterlichen Hof übernehmen. Weusthof studierte Theologie in Frankfurt, Sankt Georgen und Münster. Stationen seines seelsorgerischen Wirkens waren Sögel und Nordhorn bevor ihn das Bistum am 1. Juli 1978 zum Pfarrer von St. Josef in Papenburg berief. Als Pfarradministrator begleitete er vor fünf Jahren die Fusion der Kirchengemeinden St. Antonius und St. Josef.
Mit seinen Ideen und Initiativen bestimmte Weusthof, der im vergangenen Jahr das Goldene Priesterjubiläum feierte, maßgeblich die soziale und ökologische Ausrichtung der Kirchengemeinde im Vosseberg. Zu den bedeutsamsten Vorhaben zählt die Gründung des Sozialen Ökohofs im Jahr 1989. Darüber hinaus nimmt sich der Geistliche in besonderer Weise den Menschen an, die am Rande der Gesellschaft stehen. Auch wird er nicht müde, sich für Gerechtigkeit und Frieden in der Welt einzusetzen, beispielsweise im Rahmen der Andacht, die seit fünf Jahren jeden Dienstag um 19.30 Uhr bei der St.-Antonius-Kirche stattfindet, sowie im vergangenen Jahr beim täglichen Friedensgebet auf der Blumenschau. Und Weusthof trägt über seinen offiziellen Ruhestand im Dezember 2014 hinaus nach wie vor als Seelsorger zum kirchlichen Leben in der Stadt bei.